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Lackarbeiten oder Lacquerware aus Burma

6. Mai 2010

In unserem Muchmohr-Shop finden Sie viele wunderschöne Handarbeiten aus Myanmar, unter anderem die hier noch sehr unbekannten Lacquerware Arbeiten. Hier nun eine ausführliche Erklärung um was es sich handelt und eine Beschreibung des Herstellungprozesses. Bis in die heutige Zeit werden burmesische Lackarbeiten im täglichen Hausgebrauch eingesetzt, denn sie sind lebensmitteltauglich, wasserfest, insektensicher, weitgehend bruchsicher und auch begrenzt hitzebeständig. Seit Jahrhunderten trinken die Burmesen ihren Tee aus Lackbechern. Neben den praktischen Vorzügen finden sie aber insbesondere wegen ihrer anspruchsvollen, dekorativen Verarbeitung viele Liebhaber und begeisterte Sammler.

Der sogenannte lacquer tree (lat. melanhorrea usitata) wächst nur zwischen 2000 m bis 3000 m über dem Meeresspiegel. Der Harz (von den Burmesen thit-si genannt) wird genauso wie Kautschuk gewonnen.
Das thit-si hat zuerst eine braune Farbe und wird im Laufe einiger Tage unter Einfluss von Sauerstoff langsam dunkler, bis es schließlich tiefschwarz ist. Wenn man die unterschiedlichen Gefäße, Tabletts, Becher und Teller betrachtet, ahnt man nur selten, dass der Korpus fast aller Artikel aus Bambus oder
in seltenen Fällen sogar aus Pferdehaar geflochten wurde. Um das Gefäß für die Ornamentengravur vorzubereiten, muss in langen Arbeitsschritten eine plane Oberfläche geschaffen werden.
In einem ersten Schritt werden die Ritzen des geflochtenen Bambuskorpus mit Putte gefüllt, um eine halbwegs ebene Oberfläche zu erzielen.
Als Putte wird eine Mixtur aus Harz und eine besondere Art von feinem Flussschlamm eingesetzt. Nun kommt das Gefäß für einige Tage zum Trocknen und Aushärten in die Kellerkammer und wird im Anschluss abgeschliffen, um der Oberfläche die gröbsten Unebenheiten zu nehmen.Danach wird eine zweite Schicht aufgetragen.
Diesmal besteht die Mixtur der Paste aus einer Mischung von thit-si (dem flüssigen Baumharz) und feiner Asche von verbranntem Teakholz-Sägemehl. Nun muss das Gefäß wieder einige Tage trocknen, bis die nächste und feinere Lackschicht aufgetragen wird.
Nach jedem weiteren Lackauftrag kommt das Produkt für drei bis zehn Tage in die unterirdische Trocknungskammer. Das unterirdische Klima begünstigt den Aushärtungsvorgang. Darüber hinaus sind diese Kammern weitgehend staubfrei, sodass sich keine störenden Partikel auf der empfindlichen Oberfläche absetzen können.

Dieser Vorgang muss insgesamt vier bis sieben Mal mit immer feiner werdenden Lackschichten und entsprechend sorgfältigem Abschleifen der Oberfläche wiederholt werden. Die sich ständig mit jeder neuen Schicht wiederholende Abschleifprozedur ist notwendig, denn ohne den Schleifvorgang haftet die nächste Lacquerschicht nicht genügend. Darüber hinaus bekommt die Oberfläche erst durch das immer wiederholte Abschleifen seine entsprechende Abrundung und das Material seine Dichte und Festigkeit.
Jetzt ist eine Oberfläche gegeben, die sich zum Eingravieren von Ornamenten eignet. Hierfür wird nun ein spitzes Eisen verwendet, welches je nach Art der Gravur in verschiedenen Stärken eingesetzt wird. Wenn man die einzelnen dekorativen Muster genau betrachtet, wird man über die vielen feinen Details erstaunt sein und den Herstellungsaufwand erahnen.

Nach erfolgter Gravur wird das bearbeitete Objekt in einem Farbbad gewaschen. Neben Gelb und Blau zählt Rot mit Abstand zu den am häufigsten verwendeten Farben. Die Einfärbung erfolgt seit hunderten von Jahren und auch heute noch mit natürlichen Farbpigmenten. Für Rot wird z. B. Cinnober verwendet. Die Pigmente bleiben nach dem Waschvorgang in den eingravierten Vertiefungen der Lackoberfläche erhalten. Auf diese Weise wird die farblich differenzierte Oberfläche erzielt.

So ist es nachvollziehbar, dass von Bestellung bis zur endgültigen Fertigstellung der Waren insgesamt fünf bis sechs Monate vergehen.

Gerüst aus Bambus herstellen

Ornamente einritzen

Und jetzt noch ein paar Bildchen vom Herstellungsablauf.

Färben

Schleifen

  1. 30. April 2011, 08:44 | #1

    That’s relaly thinking out of the box. Thanks!

  2. 8. Oktober 2011, 10:52 | #2

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